Gerhard Fischer

Arthur Schnitzler · Anatol · 1892

Anatol besteht aus sieben lose verbundenen, in sich geschlossenen Einaktern

Die Frage an das Schicksal
Weihnachtseinkäufe
Episode
Denksteine
Abschiedssouper
Agonie
Anatols Hochzeitsmorgen

Arthur Schnitzler · Gesammelte Werke · Die Dramatischen Werke · Erster Band Frankfurt am Main · S. Fischer · 1962

In der konventionellen Inszenierung von Hans Jaray aus dem Jahr 1986 spielte Michael Heltau den Anatol, Maria Nentwich die Gabriele. Die Bauten von Gerhard Janda zeigen eine verschneite Gasse in Wien, es ist Abend, Heiligabend. Die Laternen leuchten.  Weihnachtseinkäufe 1986



Weihnachtseinkäufe

Personen: Anatol · Gabriele

Szenenbeschreibung: Weihnachtsabend 6 Uhr · Leichter Schneefall · In den Straßen Wiens

Nirgends in Filmen schneit es so dicht und unaufhaltsam wie in Max Ophüls kinetischen Lichtbildern. Eine Archäologie des Begehrens betreibt der Cineast vorzugsweise im Schnee, gleich Arthur Schnitzler, der unglücklich Liebende dem Schneeflockengestöber aussetzt. Im Einakter »Weihnachtseinkäufe« begegnet Anatol am Weihnachtsabend Gabriele bei eiligen Einkäufen in der Vorstadt: Es schneit unaufhörlich.

Auf der Bühne gab vor 60 Jahren Paula Wessely die Rolle der Gabriele, und in ihrem feinziselierten Sprechgesang konnte man die Silben wie Schneeflocken fallen hören.

Schnitzlers furiose Akribie, sein leidenschaftliches Bestreben stets das Äußerste an Ausdrucksdichte im Schreibakt zu erreichen, verlangt im Anatol-Zyklus einen Balanceakt, um die ornamentale Erotik des Fin de Siècle aufblitzen zu lassen.

Weiß in allen Abstufungen durchzieht den erotischen Diskurs von Anatol und Gabriele: Schöne, hypnotisierende Bilder des Begehrens und seiner unendlichen Beharrlichkeit.


Abschweifung über die Farbe Weiß

Lady in White Fotografie im Visitkartenformat. Um 1900


»…weiß ist wie ein Murmeln, Flüstern, Beten, was du anrührst ist sanft, nass und weich… verschleiert, abgeschwächt ist alles.« Robert Walser.

In der amerikanischen Literatur gibt es ein berühmtes Kapitel über die Farbe Weiß. Hermann Melville hat 1851 den Roman »Moby Dick« geschrieben. Im Kapitel »Das Weiß des Wales«, hat der Autor eine Anthologie von »weiß = gut / weiß = gleich böse« angelegt:

»Obwohl Weiß in der Natur die Schönheit vieler Dinge adelt und erhöht, als teilte es ihnen besondere, ihm innewohnende Reinheit mit, so etwa dem Marmor, der Kamelie, der Perle; obwohl verschiedene Völker ihm in mancher Hinsicht königlichen Vorrang vor allen anderen Farben zuerkennen – wie selbst den großmächtigen alten Königen von Pégu im fernen Indien der Titel 'Herr der weißen Elefanten' mehr als alle ihre sonstigen hochtönenden Bezeichnungen der Herrscherwürde galt und ihre Nachfolger in neuer Zeit, die Könige von Siam, das Konterfei desselben schneeweißen Vierfüßers auf ihrer Königsstandarte wehen lassen oder wie die Flagge des Haues Hannover als einziges Bild ein schneeweißes Schlachtross zeigt und das große Österreich, das cäsarische, der Erbe des weltbeherrschenden Rom, dieselbe kaiserliche Farbe als sein kaiserliches Banner führt, und obwohl das Menschengeschlecht selber diesen Vorrang verspürt, denn aus ihm leitet der weiße Mann seinen Herrschaftsanspruch über alle dunkler getönten Völker her; obwohl, von alldem abgesehen, Weiß sogar als Sinnbild der Freude betrachtet wird, denn bei den Römern bezeichnete ein weißer Stein einen Jubeltag; und obwohl in mancherlei menschlichen Beziehungen und Symbolen Weiß das Gleichnis für vieles Rührendes und Verehrungswürdige ist: für die bräutliche Unschuld, die Milde des Alters; obwohl bei den Indianern Nordamerikas das Überreichen des weißen Wampumgürtels das unverbrüchlichste Gelübde bedeutete; obwohl in vielen Ländern das Weiß des richterlichen Hermelins die Majestät des Rechtes darstellt und milchweiße Rosse den Wagen von Königen und Königinnen ziehen und so Tag für Tag zur fürstlichen Prachtentfaltung beitragen; obwohl Weiß selbst in den tiefsten Mysterien der erhabensten Religionen das Sinnbild göttlicher Hoheit und Allmacht ist – denn bei den persischen Feueranbetern genießt die weiße doppelstrahlige Flamme auf dem Altar die höchste Verehrung, in den griechischen Sagen erscheint der große Zeus selbst in der Gestalt eines schneeweißen Stieres; und obwohl bei den edlen Irokesen die Opferung des geweihten Weißen Hundes zur Wintersonnenwende bei weitem die heiligste Feier ihres Glaubens war, denn sie meinten, dieses fleckenlose treue Geschöpf sei der reinste Bote, den sie dem Großen Geiste senden könnten mit der alljährlich erneuten Versicherung ihrer eigenen Treue; obwohl alle christlichen Priester unmittelbar von dem lateinischen Wort für Weiß den Namen für einen Teil ihres liturgischen Gewandes, die unter der Soutane getragene Alba oder Tunika, ableiten, und obwohl gerade Weiß dem heiligen Gepränge des katholischen Kultes bei den Feiern zur Passion des Herrn dient; und obwohl Johannes erschaute, wie jeglichem der Erlösten ein weißes Kleid gegeben ward und die vierundzwanzig Ältesten mit weißen Kleidern angetan vor dem großen weißen Stuhle standen, darauf der Eine saß, dessen Haupt aber und dessen Haar weiß war wie Wolle – dennoch, trotz dieser tausend Verbindungen, durch die das Weiß sich allem zugesellt, was ruhmvoll und erhaben ist, lauert etwas schemenhaft Unfaßbares im tiefsten Sinn dieser Färbung, das die Seele mit panischem Schrecken überfällt, grausiger als die Röte des Blutes.«

»Das Weiß des Wales«, in: Hermann Melville, Moby-Dick oder der Wal. Aus dem Amerikanischen übersetzt von Hans u. Alice Seiffert, Berlin 1954. Vgl. die neue Übersetzung von Mathias Jendis des Romans im Carl Hanser Verlag.

Man erkunde das Oeuvre Robert Rymans, worin Weiß zur Reflexionsgrundlage in der Malerei der Gegenwart erhoben wird.

Wien im Sommer 2020

IMPRESSUM

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Diese Mikrofotografien natürlicher Schneekristalle wurden bei Temperaturen unterhalb minus 15 Grad Celsius am Mount Asahidake in der Zentralregion der Insel Hokkaido aufgenommen. Fotos Yoshinori Furukawa



© 2020 Gerhard Fischer

Gerhard Fischer

Arthur Schnitzler · Anatol · 1892

Anatol consists of seven loosely connected, self-contained one-act plays

The Question to Fate
Christmas Shopping
Episode
Thinking Stones
Farewell Souper
Agony
Anatol's Wedding Morning

Arthur Schnitzler · Collected Works · The Dramatic Works · Volume One Frankfurt am Main · S. Fischer · 1962

In the conventional staging by Hans Jaray from 1986, Michael Heltau played Anatol and Maria Nentwich played Gabriele. Gerhard Janda's sets depict a snow-covered alley in Vienna; it is evening, Christmas Eve. The lanterns are lit.  Christmas Shopping 1986



Christmas Shopping

Characters: Anatol · Gabriele

Scene Description: Christmas Eve 6 PM · Light Snowfall · In the Streets of Vienna

Nowhere in films does it snow as densely and relentlessly as in Max Ophüls' kinetic light pictures. The cineaste conducts an archaeology of desire preferably in the snow, just like Arthur Schnitzler, who subjects the unhappy lover to a flurry of snowflakes. In the one-act play "Christmas Shopping," Anatol meets Gabriele on Christmas Eve during hurried shopping in the suburb: It is snowing incessantly.

On stage, Paula Wessely played the role of Gabriele 60 years ago, and in her finely chiseled spoken song, one could hear the syllables falling like snowflakes.

Schnitzler's furious precision, his passionate endeavor to always achieve the utmost density of expression in his writing, demands a balancing act in the Anatol cycle to let the ornamental eroticism of the Fin de Siècle sparkle.

White in all its shades permeates the erotic discourse between Anatol and Gabriele: Beautiful, hypnotic images of desire and its endless persistence.


Digression on the Color White

Lady in White Photograph in business card size. Circa 1900


»…white is like murmuring, whispering, praying, what you touch is gentle, wet, and soft… veiled, subdued is everything.« Robert Walser.

In American literature, there is a famous chapter about the color white. Hermann Melville wrote the novel "Moby Dick" in 1851. In the chapter "The White Whale," the author created an anthology of "white = good / white = equally evil":

»Although white in nature ennobles and elevates the beauty of many things, sharing with them a special inherent purity, such as marble, camellia, pearl; although various peoples recognize in it a royal precedence over all other colors in certain respects – just as the mighty old kings of Pégu in distant India were titled 'Lord of the White Elephants' more than any of their other grandiose titles of rulership, and their successors in the new era, the kings of Siam, let the same snow-white four-legged creature fly on their royal standard or like the flag of the House of Hanover shows only a snow-white war horse as the sole image, and the great Austria, the caesaristic, heir to the world-dominating Rome, bears the same imperial color as its imperial banner, and although humanity itself feels this precedence, deriving the white man's claim to rule over all darker-toned peoples from it; although, aside from all that, white is even considered a symbol of joy, as in Rome a white stone denoted a day of jubilation; and although in various human relationships and symbols white is the emblem of many touching and venerable things: of bridal innocence, of the gentleness of age; although among the North American Indians, presenting the white wampum belt meant the most unbreakable vow, as they believed this spotless faithful creature to be the purest messenger they could send to the Great Spirit with the annual renewal of their own fidelity; although all Christian priests directly derive the name of a part of their liturgical garment, the alba or tunic worn under the soutane, from the Latin word for white, and although precisely white serves the sacred splendor of Catholic cults during celebrations of the Passion of the Lord; and although Johannes was astonished how every redeemed one was given a white garment and the twenty-four elders, donned in white robes, stood before the great white throne, upon which the One sat, whose head and hair were white as wool – yet, despite these thousand connections by which white associates itself with everything glorious and exalted, something vaguely intangible lurks in the deepest sense of this coloration, that overtakes the soul with panicked terror, more gruesome than the redness of blood.«

»The White Whale«, in: Hermann Melville, Moby-Dick or the Whale. Translated from English by Hans and Alice Seiffert, Berlin 1954. See the new translation by Mathias Jendis of the novel in the Carl Hanser Verlag.

Explore Robert Ryman's oeuvre, in which white is elevated to a basis of reflection in contemporary painting.

Vienna, Summer 2020

IMPRESSUM

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Image 4 Image 5 Image 6
These microphotographs of natural snow crystals were taken at temperatures below minus 15 degrees Celsius on Mount Asahidake in the central region of Hokkaido Island. Photos Yoshinori Furukawa



© 2020 Gerhard Fischer

Gerhard Fischer

Arthur Schnitzler · Anatol · 1892

Anatol consists of seven loosely connected, self-contained one-act plays

The Question to Fate
Christmas Shopping
Episode
Thinking Stones
Farewell Souper
Agony
Anatol's Wedding Morning

Arthur Schnitzler · Collected Works · The Dramatic Works · Volume One Frankfurt am Main · S. Fischer · 1962

In the conventional staging by Hans Jaray from 1986, Michael Heltau played Anatol and Maria Nentwich played Gabriele. Gerhard Janda's sets depict a snow-covered alley in Vienna; it is evening, Christmas Eve. The lanterns are lit.  Christmas Shopping 1986



Christmas Shopping

Characters: Anatol · Gabriele

Scene Description: Christmas Eve 6 PM · Light Snowfall · In the Streets of Vienna

Nowhere in films does it snow as densely and relentlessly as in Max Ophüls' kinetic light pictures. The cineaste conducts an archaeology of desire preferably in the snow, just like Arthur Schnitzler, who subjects the unhappy lover to a flurry of snowflakes. In the one-act play "Christmas Shopping," Anatol meets Gabriele on Christmas Eve during hurried shopping in the suburb: It is snowing incessantly.

On stage, Paula Wessely played the role of Gabriele 60 years ago, and in her finely chiseled spoken song, one could hear the syllables falling like snowflakes.

Schnitzler's furious precision, his passionate endeavor to always achieve the utmost density of expression in his writing, demands a balancing act in the Anatol cycle to let the ornamental eroticism of the Fin de Siècle sparkle.

White in all its shades permeates the erotic discourse between Anatol and Gabriele: Beautiful, hypnotic images of desire and its endless persistence.


Digression on the Color White

Lady in White Photograph in business card size. Circa 1900


»…white is like murmuring, whispering, praying, what you touch is gentle, wet, and soft… veiled, subdued is everything.« Robert Walser.

In American literature, there is a famous chapter about the color white. Hermann Melville wrote the novel "Moby Dick" in 1851. In the chapter "The White Whale," the author created an anthology of "white = good / white = equally evil":

»Although white in nature ennobles and elevates the beauty of many things, sharing with them a special inherent purity, such as marble, camellia, pearl; although various peoples recognize in it a royal precedence over all other colors in certain respects – just as the mighty old kings of Pégu in distant India were titled 'Lord of the White Elephants' more than any of their other grandiose titles of rulership, and their successors in the new era, the kings of Siam, let the same snow-white four-legged creature fly on their royal standard or like the flag of the House of Hanover shows only a snow-white war horse as the sole image, and the great Austria, the caesaristic, heir to the world-dominating Rome, bears the same imperial color as its imperial banner, and although humanity itself feels this precedence, deriving the white man's claim to rule over all darker-toned peoples from it; although, aside from all that, white is even considered a symbol of joy, as in Rome a white stone denoted a day of jubilation; and although in various human relationships and symbols white is the emblem of many touching and venerable things: of bridal innocence, of the gentleness of age; although among the North American Indians, presenting the white wampum belt meant the most unbreakable vow, as they believed this spotless faithful creature to be the purest messenger they could send to the Great Spirit with the annual renewal of their own fidelity; although all Christian priests directly derive the name of a part of their liturgical garment, the alba or tunic worn under the soutane, from the Latin word for white, and although precisely white serves the sacred splendor of Catholic cults during celebrations of the Passion of the Lord; and although Johannes was astonished how every redeemed one was given a white garment and the twenty-four elders, donned in white robes, stood before the great white throne, upon which the One sat, whose head and hair were white as wool – yet, despite these thousand connections by which white associates itself with everything glorious and exalted, something vaguely intangible lurks in the deepest sense of this coloration, that overtakes the soul with panicked terror, more gruesome than the redness of blood.«

»The White Whale«, in: Hermann Melville, Moby-Dick or the Whale. Translated from English by Hans and Alice Seiffert, Berlin 1954. See the new translation by Mathias Jendis of the novel in the Carl Hanser Verlag.

Explore Robert Ryman's oeuvre, in which white is elevated to a basis of reflection in contemporary painting.

Vienna, Summer 2020

IMPRESSUM

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These microphotographs of natural snow crystals were taken at temperatures below minus 15 degrees Celsius on Mount Asahidake in the central region of Hokkaido Island. Photos Yoshinori Furukawa



© 2020 Gerhard Fischer

Gerhard Fischer

Arthur Schnitzler · Anatol · 1892

Anatol se compose de sept actes unis, autonomes et indépendants

La Question au Destin
Courses de Noël
Épisode
Pierres Pensantes
Souper d'Adieu
Agonie
Le Matin de Mariage d'Anatol

Arthur Schnitzler · Œuvres Complètes · Les Œuvres Dramatique · Premier Volume Francfort am Main · S. Fischer · 1962

Dans la mise en scène conventionnelle de Hans Jaray en 1986, Michael Heltau a joué Anatol et Maria Nentwich a joué Gabriele. Les décors de Gerhard Janda représentent une ruelle enneigée à Vienne ; il est soir, veille de Noël. Les lanternes sont allumées.  Courses de Noël 1986



Courses de Noël

Personnages: Anatol · Gabriele

Description de la Scène: Veille de Noël 18h · Léger Neige · Dans les Rues de Vienne

Partout dans les films, il ne neige pas aussi densément et implacablement que dans les images cinétiques de Max Ophüls. Le cinéaste mène une archéologie du désir préférentiellement dans la neige, tout comme Arthur Schnitzler, qui soumet l'amoureux malheureux à un tourbillon de flocons de neige. Dans la pièce en un acte "Courses de Noël", Anatol rencontre Gabriele la veille de Noël lors de courses pressées en banlieue : il neige sans cesse.

Sur scène, Paula Wessely a joué le rôle de Gabriele il y a 60 ans, et dans son chant parlé finement ciselé, on pouvait entendre les syllabes tomber comme des flocons de neige.

La précision furieuse de Schnitzler, son effort passionné pour toujours atteindre la plus grande densité d'expression dans son acte d'écriture, exige un jeu d'équilibre dans le cycle Anatol pour laisser briller l'érotisme ornemental du Fin de Siècle.

Le blanc, dans toutes ses nuances, traverse le discours érotique entre Anatol et Gabriele : de belles images hypnotisantes du désir et de sa persistance infinie.


Digression sur la Couleur Blanche

Lady in White Photographie au format carte de visite. Vers 1900


»…le blanc est comme un murmure, un chuchotement, une prière, ce que tu touches est doux, humide et tendre… voilé, atténué est tout.« Robert Walser.

Dans la littérature américaine, il existe un chapitre célèbre sur la couleur blanche. Hermann Melville a écrit le roman "Moby Dick" en 1851. Dans le chapitre "La Baleine Blanche", l'auteur a créé une anthologie de "blanc = bon / blanc = également mauvais" :

»Bien que le blanc dans la nature ennoblit et élève la beauté de nombreuses choses, partageant avec elles une pureté inhérente spéciale, comme le marbre, la camélia, la perle ; bien que différents peuples reconnaissent en lui une précéden ce royale sur toutes les autres couleurs à certains égards – tout comme les puissants anciens rois de Pégu en Inde lointaine étaient titrés 'Seigneur des Éléphants Blancs' plus que par tous leurs autres titres grandioses de souveraineté, et leurs successeurs dans la nouvelle ère, les rois de Siam, laissaient la même créature à quatre pattes blanche comme neige voler sur leur étendard royal ou, comme le drapeau de la Maison de Hanovre ne montre qu'un cheval de guerre blanc comme neige en tant qu'image unique, et la grande Autriche, caesariste, héritière de la Rome dominatrice du monde, porte la même couleur impériale que sa bannière impériale, et bien que l'humanité elle-même ressente cette précéden ce, dérivant de celle-ci la revendication du blanc sur toutes les peuples aux tons plus sombres ; bien que, en dehors de tout cela, le blanc soit même considéré comme un symbole de joie, comme à Rome une pierre blanche désignait un jour de jubilation ; et bien que dans diverses relations humaines et symboles, le blanc soit l'emblème de nombreuses choses touchantes et vénérables : de l'innocence nuptiale, de la douceur de l'âge ; bien que parmi les Indiens d'Amérique du Nord, présenter la ceinture de wampum blanche signifiait le vœu le plus incassable, car ils croyaient que cette créature fidèle et immaculée était le messager le plus pur qu'ils pouvaient envoyer au Grand Esprit avec le renouvellement annuel de leur propre fidélité ; bien que tous les prêtres chrétiens dérivent directement le nom d'une partie de leur vêtement liturgique, l'alba ou la tunique portée sous la soutane, du mot latin pour blanc, et bien que précisément le blanc serve la splendeur sacrée des cultes catholiques lors des célébrations de la Passion du Seigneur ; et bien que Johannes ait été étonné de voir comment à chaque rédemption, un vêtement blanc était donné et les vingt-quatre anciens, vêtus de robes blanches, se tenaient devant le grand trône blanc, sur lequel l'Unité était assise, dont la tête et les cheveux étaient blancs comme de la laine – pourtant, malgré ces mille connexions par lesquelles le blanc s'associe à tout ce qui est glorieux et exalté, quelque chose de vaguement intangible se cache dans le sens le plus profond de cette coloration, qui envahit l'âme avec une terreur paniquante, plus horrible que la rougeur du sang.«

»La Baleine Blanche«, dans : Hermann Melville, Moby-Dick ou la Baleine. Traduit de l'anglais par Hans et Alice Seiffert, Berlin 1954. Voir la nouvelle traduction par Mathias Jendis du roman chez Carl Hanser Verlag.

Explorez l'œuvre de Robert Ryman, dans laquelle le blanc est élevé à une base de réflexion dans la peinture contemporaine.

Vienne, Été 2020

IMPRESSUM

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These microphotographs of natural snow crystals were taken at temperatures below minus 15 degrees Celsius on Mount Asahidake in the central region of Hokkaido Island. Photos Yoshinori Furukawa



© 2020 Gerhard Fischer

Gerhard Fischer

Arthur Schnitzler · Anatol · 1892

Anatol se compose de sept actes unis, autonomes et indépendants

La Question au Destin
Courses de Noël
Épisode
Pierres Pensantes
Souper d'Adieu
Agonie
Le Matin de Mariage d'Anatol

Arthur Schnitzler · Œuvres Complètes · Les Œuvres Dramatique · Premier Volume Francfort am Main · S. Fischer · 1962

Dans la mise en scène conventionnelle de Hans Jaray en 1986, Michael Heltau a joué Anatol et Maria Nentwich a joué Gabriele. Les décors de Gerhard Janda représentent une ruelle enneigée à Vienne ; il est soir, veille de Noël. Les lanternes sont allumées.  Courses de Noël 1986



Courses de Noël

Personnages: Anatol · Gabriele

Description de la Scène: Veille de Noël 18h · Léger Neige · Dans les Rues de Vienne

Partout dans les films, il ne neige pas aussi densément et implacablement que dans les images cinétiques de Max Ophüls. Le cinéaste mène une archéologie du désir préférentiellement dans la neige, tout comme Arthur Schnitzler, qui soumet l'amoureux malheureux à un tourbillon de flocons de neige. Dans la pièce en un acte "Courses de Noël", Anatol rencontre Gabriele la veille de Noël lors de courses pressées en banlieue : il neige sans cesse.

Sur scène, Paula Wessely a joué le rôle de Gabriele il y a 60 ans, et dans son chant parlé finement ciselé, on pouvait entendre les syllabes tomber comme des flocons de neige.

La précision furieuse de Schnitzler, son effort passionné pour toujours atteindre la plus grande densité d'expression dans son acte d'écriture, exige un jeu d'équilibre dans le cycle Anatol pour laisser briller l'érotisme ornemental du Fin de Siècle.

Le blanc, dans toutes ses nuances, traverse le discours érotique entre Anatol et Gabriele : de belles images hypnotisantes du désir et de sa persistance infinie.


Digression sur la Couleur Blanche

Lady in White Photographie au format carte de visite. Vers 1900


»…le blanc est comme un murmure, un chuchotement, une prière, ce que tu touches est doux, humide et tendre… voilé, atténué est tout.« Robert Walser.

Dans la littérature américaine, il existe un chapitre célèbre sur la couleur blanche. Hermann Melville a écrit le roman "Moby Dick" en 1851. Dans le chapitre "La Baleine Blanche", l'auteur a créé une anthologie de "blanc = bon / blanc = également mauvais" :

»Bien que le blanc dans la nature ennoblit et élève la beauté de nombreuses choses, partageant avec elles une pureté inhérente spéciale, comme le marbre, la camélia, la perle ; bien que différents peuples reconnaissent en lui une précéden ce royale sur toutes les autres couleurs à certains égards – tout comme les puissants anciens rois de Pégu en Inde lointaine étaient titrés 'Seigneur des Éléphants Blancs' plus que par tous leurs autres titres grandioses de souveraineté, et leurs successeurs dans la nouvelle ère, les rois de Siam, laissaient la même créature à quatre pattes blanche comme neige voler sur leur étendard royal ou, comme le drapeau de la Maison de Hanovre ne montre qu'un cheval de guerre blanc comme neige en tant qu'image unique, et la grande Autriche, caesariste, héritière de la Rome dominatrice du monde, porte la même couleur impériale que sa bannière impériale, et bien que l'humanité elle-même ressente cette précéden ce, dérivant de celle-ci la revendication du blanc sur toutes les peuples aux tons plus sombres ; bien que, en dehors de tout cela, le blanc soit même considéré comme un symbole de joie, comme à Rome une pierre blanche désignait un jour de jubilation ; et bien que dans diverses relations humaines et symboles, le blanc soit l'emblème de nombreuses choses touchantes et vénérables : de l'innocence nuptiale, de la douceur de l'âge ; bien que parmi les Indiens d'Amérique du Nord, présenter la ceinture de wampum blanche signifiait le vœu le plus incassable, car ils croyaient que cette créature fidèle et immaculée était le messager le plus pur qu'ils pouvaient envoyer au Grand Esprit avec le renouvellement annuel de leur propre fidélité ; bien que tous les prêtres chrétiens dérivent directement le nom d'une partie de leur vêtement liturgique, l'alba ou la tunique portée sous la soutane, du mot latin pour blanc, et bien que précisément le blanc serve la splendeur sacrée des cultes catholiques lors des célébrations de la Passion du Seigneur ; et bien que Johannes ait été étonné de voir comment à chaque rédemption, un vêtement blanc était donné et les vingt-quatre anciens, vêtus de robes blanches, se tenaient devant le grand trône blanc, sur lequel l'Unité était assise, dont la tête et les cheveux étaient blancs comme de la laine – pourtant, malgré ces mille connexions par lesquelles le blanc s'associe à tout ce qui est glorieux et exalté, quelque chose de vaguement intangible se cache dans le sens le plus profond de cette coloration, qui envahit l'âme avec une terreur paniquante, plus horrible que la rougeur du sang.«

»La Baleine Blanche«, dans : Hermann Melville, Moby-Dick ou la Baleine. Traduit de l'anglais par Hans et Alice Seiffert, Berlin 1954. Voir la nouvelle traduction par Mathias Jendis du roman chez Carl Hanser Verlag.

Explorez l'œuvre de Robert Ryman, dans laquelle le blanc est élevé à une base de réflexion dans la peinture contemporaine.

Vienne, Été 2020

IMPRESSUM

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Ces microphotographies de cristaux de neige naturels ont été prises à des températures inférieures à moins 15 degrés Celsius sur le Mont Asahidake dans la région centrale de l'île de Hokkaido. Photos Yoshinori Furukawa



© 2020 Gerhard Fischer